Gegendarstellung unseres Vereins auf den HAZ-Artikel vom 11.07.2011

Frau Schümer von den Regions-Grünen wirft uns vor, Kosten für die scharf kritisierte Oberflächenvariante zu hoch anzusetzen.

Die Reaktion auf den Zeitungsartikel über unseren Verein ließ nicht lange auf sich warten:



Die hier gemachten Behauptungen können keinesfalls so im Raum stehenbleiben, wir wollen daher hierzu unbedingt Stellung beziehen:

Die Kosten für die nach unserer Meinung katastrophale Oberflächenlösung liegen bei insgesamt 56 Millionen Euro, der Regionsanteil beträgt dabei je nach Förderung nach dem GVFG zwischen 12,8 Mio und 30 Mio Euro, je nachdem, wie weit ein durchgängig eigener Gleiskörper in der Kurt-Schumacher-Straße verlegt wird. Für das Kriterium "eigener Gleiskörper" reicht es nicht, eine Abtrennung durch weisse Linien vorzunehmen. er darf auch nur in Ausnahmefällen in eine Straßenbündigkeit übergehen. Beispiel für eine solche Ausnahme ist die Führung der Linien 1 und 2 im Bereich der Hildesheimer Straße südlich der Verzweigung Garkenburgstraße. Diese Ausnahme wäre hier aber nicht gegeben.

Einen durchgängigen eigenen Gleiskörper will die Landeshauptstadt aber keinesfalls, das hat Stadtbaurat Bodemann mehrfach gegenüber der Presse gesagt. Dies bedeutet, daß die Förderung durch Bund und Land zwangsläufig geringer und der Regionsanteil höher ausfällt. Unser Kostenansatz mit 20 Mio Euro ist also realistisch und keinesfalls diskriminierend.

Unser Verein hält aber selbst die geschätzten 56 Mio Euro für die Oberflächenalternative durch den Posttunnel für nicht haltbar, da die Treppenabgänge von den S-Bahngleisen 1 und 2 erheblich teurer werden dürften als zunächst ermittelt. Das begründet sich in der alten Bausubstanz des Unterführungsbauwerkes, der einen weiten Durchstich in das tragende Bauwerk nur schwer zuließe. Als Alternative blieben nur eine Wendelteppe wie am Kreuzungspunkt "Fischerhof", was wiederum einen zusätzlichen Fahrstuhl erfordern würde, denn nur damit ließe sich die gesetzlich geforderte Barrierefreiheit überhaupt erreichen. Zudem müssten die S-Bahngleise auf der Westseite umgelegt werden, da der Bahnsteig nicht lang genug ist. Das Kostenrisiko bei diesem massiven Umbau ist also gegeben, wir schätzen, daß der Betrag von 56 Mio um mindestens um 10 Mio höher liegen dürfte, womit auch der Regionsanteil anstiege.

Da die Bahn-AG aus naheliegenden Gründen kein allzu großes Interesse hat, Fahrgäste über einen Hinterausgang nicht durch ihre Bahnhofsgalerie zu leiten, nehmen wir an, daß sie sich diese Extrabauten teuer von der Region bezahlen lassen wird. Jedenfalls ist sie dafür bekannt, solche Hinterabgänge immer zu konterkarieren und bei allen Kosten für Bauten, die ihr nicht unmittelbar Mehreinnahmen bringen, recht großzügig nach oben "aufzurunden". Der Mehrgewinn an Fahrgästen dürfte sich bei diesem Kreuzungsbauwerk in Grenzen halten, da eine Verkürzung der Fußwegezeiten nur für 2 Linien, nämlich die 10 und 17 bestünde.

Eine weitere Kostensteigerung für die Oberflächenvariante besteht in der nicht gegebenen Förderfähigkeit des Abrisses der Raschplatzhochstraße. Auf den Kosten für den Rückbau dieses aus den 70ger Jahren stammenden Bauwerks wird die Region alleine sitzen bleiben. Wir schätzen diese auf mindestens 10 Mio Euro. Zudem würde ein Verlust der 4 Fahrspuren zusammen mit der ständig kreuzenden Straßenbahn zu Verkehrsstaus führen.

Zum Thema Steuergelder: 56 Mio Euro für eine städtebaulich und verkehrstechnisch katrastrophale Pfuschlösung, die kaum etas verbessert und Fußgänger gefährdet, ist kritischer zu sehen als eine zukunftsfähige Lösung, die alle Steuerzahler das Doppelte kostet aber nicht nach 30 Jahren wieder aus verkehrlichen Gründen einer Revision unterzogen werden muß! Genau das ist ja der Sinn des GVFG: ggf. teurere Lösungen zu ermöglichen, die sich volkswirtschaftlich rechnen, und genau das ist ja auch für die Tunnellösung gegeben.

Offenbar hat Frau Schümer Sinn und Zweck des GVFG nicht verstanden!

Wir als Bewegung engagierter Bürger sehen es daher als unsere Pflicht an,  alle Hannoveraner aufzuklären und die Fakten auf den Tisch zu legen!